© Personalverband der Stadt Biel PVBB / Association du personnel de la Ville de Bienne APBB
Substance 2030: Die Sozialpartner der Stadt Biel einigen sich auf einen
Kompromiss betreffend Umsetzung der Sparmassnahmen beim Personal
Der Bieler Gemeinderat als Arbeitgebervertreter und der Personalverband der Stadt Biel PVBB sowie der
Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD als Vertreter des Personals haben bei intensiven
Verhandlungen im Rahmen der Sozialpartnerschaft eine für beide Seiten vertretbare Lösung betreffend
Umsetzung der mit dem Projekt «Substance 2030» verbundenen Sparmassnahmen beim Personal gefunden.
Weiter wurde gemeinsam ein Sozialplan verhandelt, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der
Betroffenen aufzufangen und um ihnen Lösungen in ihrer individuellen Situation zu bieten.
Der Gemeinderat hat Ende 2021 das Projekt «Substance 2030» lanciert, um die städtischen Finanzen bis 2030 wieder ins Lot zu bringen.
Damit will er den städtischen Finanzhaushalt um rund 25 Millionen Franken jährlich entlasten. Nach einer mehrmonatigen intensiven
Arbeitsphase hat der Gemeinderat im Juli entschieden, mit welchen Massnahmen dieses Ziel erreicht werden soll. Die Personalverbände
PVBB und VPOD haben von Beginn weg anerkannt, dass es um die Bieler Finanzen schlecht steht und Massnahmen zur Haushaltsanierung
notwendig sind. Die Personalverbände haben aber deutlich gemacht, dass die vorgeschlagenen Massnahmen aus ihrer Sicht zu weit gehen.
Grundsätzlich sind der PVBB und VPOD weiterhin davon überzeugt, dass nur ein starker Service Public in der Lage ist, die aktuellen
Herausforderungen für die Gesellschaft zu bewältigen. In diesem Sinne beurteilen sie weiterhin einige Vorhaben zum Abbau von
Dienstleistungen kritisch. Damit die Verbände «Substance 2030» mittragen, halten sie fest, dass ein allfälliger Stellenabbau möglichst im
Rahmen von natürlicher Fluktuation erfolgen soll, und wo dies nicht möglich ist, geeignete Massnahmen zu treffen sind, um die Betroffenen
von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu entlasten und Härtefälle zu verhindern.
Der Gemeinderat und die Personalverbände haben sich nun nach zahlreichen Gesprächen und Verhandlungsrunden zu einem Kompromiss
durchgerungen. Die Sozialpartner sind zuversichtlich, dass dieser im Stadtrat und vor dem Volk mehrheitsfähig ist. Für den Gemeinderat und
die Verbände ist es zentral, dass für 2023 und die Folgejahre ein ausgeglichenes Budget vorgelegt wird, damit ein Eingreifen des Kantons in die
städtischen Finanzen verhindert werden kann.
Den Personalverbänden PVBB und VPOD war es von Anfang an wichtig, den Fokus auf die tiefen und mittleren Einkommen zu legen und somit
in diesem Lohnsegment die Kaufkraft zu sichern. Diesem Anliegen entsprach der Gemeinderat, indem er auf das vollständige Aussetzen der
Lohnrunde für 2023 verzichtet. Demnach soll die Lohnentwicklung in den tiefen und mittleren Lohnklassen (bis und mit Gehaltsklasse 15) nicht
ausgesetzt werden, was wiederkehrende Kosten von rund CHF 750’000.– zur Folge hat. Weiter einigte man sich, dass die Teuerung pauschal mit
CHF 100.- bei einer Vollzeitanstellung ausgeglichen wird. Dies führt auch hier dazu, dass die Mitarbeitenden in den tiefen und mittleren
Lohnklassen prozentual stärker berücksichtigt werden. Angesichts der seit dem Beginn der Verhandlungen im vergangenen Frühjahr stärker
gewordenen Teuerung erscheint dem Gemeinderat der vorliegende Schritt als sozialpolitisch notwendig.
Um die erwähnten Stellenabbaumassnahmen sozial verträglich zu gestalten, haben die Sozialpartner ausgehandelt, dass die Aufhebung von
Stellen möglichst durch natürliche Fluktuationen (wenn Personal pensioniert wird, oder eine anderweitige Stelle findet) umgesetzt wird. Sollte dies
in Einzelfällen nicht möglich sein, haben die Sozialpartner die Eckwerte des Sozialplans festgelegt. Dieser sieht vor, dass die Massnahmen eng von
den Personalverbänden PVBB und VPOD begleitet werden. Zudem beinhaltet der Sozialplan weitreichenden Unterstützungsmassnahmen für die
Betroffenen, wie z.B. Coaching, Weiterbildungsmöglichkeiten etc. Die Sozialpartner sind überzeugt, dass mit diesem Vorgehen die wirtschaftlichen
und sozialen Folgen für die Betroffenen weitgehend abgefedert werden können.